Was erwartet Sie im Workshop? – Part 4

Heute ist es wieder soweit, der nächste Workshop-Beitrag wird vorgestellt. Dieser stammt von Katja Herrmanny von der Interactive Systems Group der Universität Duisburg-Essen und Ralf Schmidt von der Entertainment Computing Group der Universität Duisburg-Essen und trägt den Titel „Ein Vorgehensmodell zur Entwicklung von Gameful Design für Unternehmen„:

„Spielerische Softwareanwendungen im Unternehmenskontext, beispielsweise zur Mitarbeitermotivation, erhalten einen immer höheren Stellenwert und gehören fast schon zum guten Ton. Dabei greifen viele Unternehmen auf Gamification-Lösungen „von der Stange“ zurück, die mit Punktesystemen, Auszeichnungen und Bestenlisten besonders die extrinsische Motivation ansprechen. Diese Lösungen sind einfach, mit geringem konzeptionellen Aufwand zu implementieren, da sie für eine Vielzahl von Anwendungsfällen adaptierbar sind. Sie sind jedoch aus motivationspsychologischer Sicht z. B. aufgrund des Overjustification-Effekts (Lepper, Greene & Nisbett, 1973) umstritten. So werden immer stärker Stimmen nach sogenannter „meaningful“ Gamification (Nicholson, 2012) unter Einbezug intrinsisch motivierender Elemente laut, deren Konzeption jedoch individueller auf den Anwendungsfall zugeschnitten ist und aufgrund des geringeren Standardisierungsgrades einen tiefergehenden Designprozess erfordert. In unserer Präsentation möchten wir daher ein praxisorientiertes Vorgehensmodell für einen strukturierten Entwicklungsprozess solcher Lösungen vorstellen. Das Modell kombiniert Elemente klassischer Softwareentwicklungsprozesse mit Game Design und nutzerzentriertem Vorgehen. Ein relevantes Spezifikum ist der hohe Stellenwert von Kreativmethoden für verschiedene Stadien und Zielsetzungen innerhalb des Prozesses. Das Modell wurde explorativ anhand eines realen Anwendungsfalls aus der Wirtschaft entwickelt. Aufgrund der gesammelten Erfahrungen in der Anwendung werden konkrete Empfehlungen zur Methodenwahl ausgesprochen, ohne jedoch auf diese zu beschränken, um Raum für persönliche Präferenzen des Entwicklerteams und spezifische Anforderungen des jeweils betrachteten Anwendungsfalls zu gewährleisten.“

GD-Prozess