Was erwartet Sie im Workshop? – Part 6

Einen speziellen Fokus auf Gamification setzt Michael Minge von der Technischen Universität Berlin, Fachgebiet Kognitionspsychologie und Kognitive Ergonomie, durch die Fokussierung auf Senioren in seinem Beitrag „Gamification und ältere Menschen. (Wie) können Senioren durch spielerische Elemente angesprochen werden?„:

“ ‚Spielen ist Zeitverschwendung und sowieso nur was für Kinder.‘ Nicht selten werden dem Konzept Gamification Vorbehalte dieser Art entgegengebracht – und das obwohl es vielfältige Möglichkeiten bietet, um positive Interaktionserlebnisse mit Technik zu schaffen und das eigenständige Erkunden von Systemfunktionalitäten zu motivieren. Die Frage, ob dieses Potenzial für die Personengruppe älterer Nutzer erschlossen werden kann, und wenn ja, wie, bildete den Ausgangspunkt im Projekt „GaTe. Spielerischer Umgang mit Technik für ältere Menschen“. Mit Hilfe von Interviews, Fokusgruppen und einer laborexperimentellen Nutzerstudie, bei der zwei Varianten eines PC-Lernspiels getestet wurden, wollten wir der Antwort ein Stück näher kommen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass es bei älteren Menschen einerseits ausgeprägte Akzeptanz für Motivationselemente gibt und vor allem die Idee, komplexe Lernprozesse im Umgang mit Technik spielerisch zu unterstützen, gut angenommen wird. Andererseits gilt es, die insgesamt sehr unterschiedlichen Bedürfnisse und Anforderungen älterer Menschen frühzeitig zu berücksichtigen und die Produktentwicklung durch partizipative Designansätze zu begleiten. Insbesondere im Rahmen des Nutzertests zeigte sich, dass die teilweise ablehnende Haltung gegenüber spielerischen Elementen durch das Kennenlernen und Erleben konkreter Gestaltungsvorschläge relativiert und dadurch ein aktiver Austausch mit Nutzern ermöglicht wird.“

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